MSKeRÆxP // mex in denmark

01. März 2002 Freitag
mex in Dänemark

HANS W. KOCH
EVA-MARIA KOLLISCHAN
MARINA THIES // AN SEEBACH
SAM ASHLEY
JENS BRAND // MARTIN KLAPPER TRIO
RUPPE KOSELECK
DIDGERIDOOBIEBROS

Martin Klapper @ mex © Ruppe Kosselek

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hans w koch
/// electroviola
für gestrichenen computer
/// musik und gruppe
für 4 – 8 spieler mit vorab aufgenommenen klängen

EVA-MARIA KOLLISCHAN
ohne Titel

Video (Premiere)

MARINA THIES & AN SEEBACH
Ziemlich staubig ist es in der Sahara
Computeranimation

SAM ASHLEY
Everyone Laughed when I Sat Down at the Piano
Stimme solo

JENS BRAND & MARTIN KLAPPER TRIO
BOREDOM VIDEO
Video mit Live Soundtrack & Computer

RUPPE KOSELECK
Ongoing piece
Performance

DIDGERIDOOBIEBROS
elektronische Musik & Computeranimation

hans w. koch /// electroviola entstand 2001 als teil 2 (imitation) von das geheime leben der computer. dem meister der elektrifizierten viola, meinem lehrer johannes fritsch, möchte meine violinifizierte elektronik ihre reverenz erweisen: ein physikalisches „modell“ einer viola, mit etwas eigenwilligem verhalten.
 „musik und gruppe“
musik ist fast zu kostbar, als dass sie auf knopfdruck verfügbar sein sollte. wenn aber mehrere leute mehrere knöpfe heftig genug drücken, mag es gelingen, sie erscheinen zu lassen. jedenfalls ist es des schweisses der edlen wert…

EVA-MARIA KOLLISCHAN /// Meine Arbeit beruht auf Betrachtungen von unterschiedlichen Erscheinungen des täglichen Lebens. Es sind Betrachtungen von Momenten, die eher nebensächlich sind und denen für gewöhnlich keine Beachtung geschenkt wird. Diese Dinge und Augenblicke tragen für mich eine besondere Stimmung und haben eine intensive Atmosphäre. Die Inhalte, deren Schwerpunkt sich auch immer wieder verändert, zeige ich in Installationen, Zeichnungen, Fotos und Videos. Für Kopenhagen werde ich eine neue Videoarbeit entwickeln.

MARINA THIES & AN SEEBACH /// Die beiden Dortmunder Künstlerinnen An Seebach und Marina Thies bewegen sich mit ihrer neuen Arbeit in den ultimativen staubfreien Raum. In ihrem cleanen Microfiction treibt mit Spannung aufgeladener Pixelstaub in die Tiefen der leergefegten Milchstraße. Es eröffnet sich ein utopischer Mikrokosmos, in dem Staubkörner so groß wie Felsbrocken aufwirbeln und sich auf glatten Oberflächen ablagern, nur um weitergetragen zu werden in immer neue Galaxien und Nebelwelten. Eine Subraumspalte bereitet dem Pixeltreiben ein jähes Aus und saugt den Staubnebel in ein Zeitvakuum.

SAM ASHLEY /// Das Stück ist ein Beispiel für eine authentische Form der Besessenheit, die in diesem Fall wie spezielle Gesangstechnik Verwendung findet. Es ist das klassische Beispiel eines Falles bei dem eine seit langem verstorbene Person durch eine lebende spricht. Künstlerisch geht es mir dabei um die Authentizität des Vorganges der Besessenheit, unabhängig ob dies in der Aufführung für Glaubwürdig erachtet werden kann oder nicht. – Wenn ich in Everyone Laughed when I Sat Down at the Piano in eine Trance falle, spricht ein Goldsucher der während des kalifornischen Goldrausches lebte, seine Geschichte durch mich. Er erzählt von seiner überbordenden Sehnsucht und seinem scheinbaren Pech. Zum ersten mal begegnete mir die Geschichte im Rahmen einer visionären Trance. Wie üblich für diese Zustände war die Vision sehr detailliert und lebendig, und obwohl sie für mich nur sehr kurz währte, dauerte sie doch 18 Monate im leben des besagte Goldsuchers.

JENS BRAND & MARTIN KLAPPER TRIO /// BOREDOM VIDEO ist eine Videoprojektion aus Lauftext. Der Text ist ein Vortrag zum Thema Langeweile (in englischer Sprache). Der Vortrag ist eine Material- und Gedankensammlung des mich faszinierenden Themas, gegliedert in 4 Teile: eine langweilige Einleitung, einen zähen mhistorischen Überblick, eine subjektive Reflexion und einen Appendix aus Zitaten. Außer dem Text gibt es keine weitere Animation. 3 Musiker erzeugen einen 8 Minuten und 30sekündigen live soundtrack. Er wird von einem Computer aufgezeichnet und in realtime zeitlich auf das vierfache (36 Minuten) gestreckt abgespielt. Das Publikum kann sich entsprechend lesend mit der Projektion oder mit der Musik befassen. Es gibt garantiert keine Überraschungen.

RUPPE KOSELECK /// Als eine Überlebensstrategie des Künstlers vertrete ich das Konzept der unmittelbaren Vermarktung meiner Kunst. Direktvermarktung bedeutet die performativ angestrebte Verwandlung meiner Artefakte in Kapital, von dem ich dann essen gehe, besser schlafen kann, meine Familie ernähre oder mir aber den Luxus weiterer Kunstproduktionen leisten kann. In Kopenhagen setze ich den Versuch fort, mittels des Erwerbes von Aktien eines Weltkonzerns (BP) die feindliche Übernahme des gleichen Konzerns voranzutreiben. Ich werde Ölreste (Teer) von unterschiedlichen europäischen Stränden in sogenannten Teerarien zum Verkauf anbieten. Aus Teilen meiner Einnahmen erwerbe ich Unternehmensanteile, aus dem verbleibenden Rest bestreitet der Künstler dann Anteile seines Selbsterhaltes.

DIDGERIDOOBIEBROS /// Elektronische Musik – Ein Spross aus dem Nadelöhr der Freundschaft /// Dideridoobiebros – Amazing grace.
Freunde sagen, daß wir wütend sein sollten, wenn diese modernen Jungs mit unserer Musik `rum machen.
Für diejenigen die mit 1 2 3 4 5 6 7 8 9 nicht zufrieden sein sollten: 
Electro performances, bei denen die Bros. Stolz darauf sind, dass es ihnen möglich ist, nach Belieben einen so verständlichen Kontrapunkt und so exzentrische Rhythmen zu erzeugen. Eine eigne Nische, in die nur sie selbst passen.

Sam Ashley @ mex © Ruppe Kosselek

Marina Thiess / An Seebach ©

Eva-Maria Kollischan ©

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Veranstaltet von mex – intermediale und experimentelle Musikprojekte e.V. In Kooperation mit dem Künstlerhaus e.V., mit freundlicher Unterstützung seitens Pro Jazz e.V. und dem Kulturbüro der Stadt Dortmund. Kuratiert von Jens Brand.

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