{"id":621,"date":"2005-11-18T12:58:36","date_gmt":"2005-11-18T10:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mexappeal.de\/?p=621"},"modified":"2012-10-04T14:15:30","modified_gmt":"2012-10-04T12:15:30","slug":"621","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mexappeal.de\/?p=621","title":{"rendered":"open systems 2005 \/\/ \u2028pioneers of networking"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>18. November 2005<br \/>\ndomicil<\/strong><br \/>\nHansastr. 7-11, Dortmund<\/p><\/blockquote>\n<h5>ENSEMBLE BRACELLI<br \/>\nYASUNAO TONE<br \/>\nLIONEL MARCHETTI &amp; YOKO HIGASHI<br \/>\nTHE HUB<br \/>\nSWOD<br \/>\nPHILL NIBLOCK<br \/>\n<\/h5>\n<p><!--more--><\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ 19:30 h<\/p>\n<p><strong>ENSEMBLE BRACELLI<\/strong><em><\/em><br \/>\nMatthias Feger : Viola<br \/>\nMarko Genero : Viola<br \/>\nWolfgang Sellner : Violoncello<br \/>\nPhilip Willerding-Bach : Violoncello<br \/>\nHorst Wischnowski : Kontrabass\u2028<br \/>\nStefan Lakatos : Trimba<\/p>\n<p><em>Toot Suites<br \/>\nOrgan Books<br \/>\nThe Music of Moondog<\/em><\/p>\n<p>Urauff\u00fchrungen<\/p>\n<p>&#8222;Mir kommt es so vor, als ob ich mit einem Fu\u00df in Amerika und mit dem anderen in Europa stehe&#8230;&#8220; Der amerikanische Komponist Louis Thomas Hardin (1916-1966) alias Moondog bewegte sich &#8211; blind seit seinem 16. Lebensjahr &#8211; in der Komposition zweier Welten, als &#8222;Europ\u00e4er im Exil&#8220;. Rhythmisch in der amerikanisch-indianischen Vergangenheit und harmonisch in der europ\u00e4ischen klassischen Musik verwurzelt, verarbeitete er die musikalischen Gegens\u00e4tze zu einer neuen, aufregenden Einheit. In den 70er Jahren tauschte Moondog die Wikinger-Kleidung seiner New Yorker Stra\u00dfenzeit gegen Wollm\u00fctze und Mantel im Ruhrgebiet, das f\u00fcr ihn zu einer neuen Heimat wurde. Kurz vor seinem \u00fcberraschenden Tod f\u00fchrte die Begegnung mit Wolfgang Sellner, Solo-Cellist bei den Bochumer Symphonikern, zu der Idee, Bracelli, ein Streichensemble, ins Leben zu rufen. <\/p>\n<p>Bracelli ist eine von Moondog favorisierte Ensemble-Zusammensetzung f\u00fcr zwei Bratschen, zwei Celli, Kontrabass und Schlagzeug. F\u00fcr diese Besetzung hat Moondog sein Leben lang kompositorisch gearbeitet. Der Kontakt zu dem schwedischen Schlagzeuger und Moondog-Sch\u00fcler Stefan Lakatos (Trimba-Percussion) f\u00fchrte schlie\u00dflich 2002 zur Gr\u00fcndung des Ensembles Bracelli, dem weltweit einzigen Streichensemble, das sich auf die Musik Moondogs spezialisiert hat.<\/p>\n<p>Im Rahmen von &#8222;open systems 2005&#8220; wird es zum ersten Mal seit Moondogs Tod wieder echte Urauff\u00fchrungen seiner Kompositionen geben. Aus dem umfangreichen Nachlass hat das Ensemble Bracelli zahlreiche Sch\u00e4tze zu Tage gef\u00f6rdert und pr\u00e4sentiert an diesem Abend fast ausschlie\u00dflich Welt-Premieren sowie Erstauff\u00fchrungen f\u00fcr die Ensemble-Besetzung, so z.B. Nummern aus den sogenannten &#8222;Toot Suites&#8220; und den sp\u00e4ten &#8222;Organ Books&#8220; sowie drei Stefan Lakatos gewidmete St\u00fccke aus den Achtzigern, die nun fast 20 Jahre sp\u00e4ter ihre Urauff\u00fchrung erleben.<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ 20:45 h<\/p>\n<p><strong>YASUNAO TONE<\/strong><em><br \/>\nCut and Splice<br \/>\n<\/em>Mediale Experimente mit digitalen Tontr\u00e4gern<\/p>\n<p><strong>Yasunao Tone<\/strong>, 1960 Mitbegr\u00fcnder der Gruppe Ongaku, widmet sich der Schaffung von &#8222;Event&#8220;- und improvisierter Musik und begann 1962, in der Fluxusbewegung mitzuwirken. In den n\u00e4chsten Jahren entwickelte er sich zum Organisator ebenso wie zum Mitwirkenden zahlreicher Avantgarde-Gruppen. Zu seinen Aktivit\u00e4ten geh\u00f6rten Happenings, Klanginstallationen, experimentelle Musik, Performances sowie Kunst und Technologie.<\/p>\n<p>Seit seiner \u00dcbersiedlung in die USA 1972 komponiert Tone Partituren, die Text und visuelle Bilder umfassen, ebenso wie Kl\u00e4nge f\u00fcr die Merce Cunningham Dance Company und f\u00fcr Solokonzerte (u.a. The Kitchen, Experimental Intermedia Foundation, Guggenheim Museum Soho).<\/p>\n<p>Tones wegweisende Verwendung von manipulierten CDs \u00ad eine Technik, an der er seit Anfang der 80er Jahre arbeitet \u00ad beschreibt er selbst als den Prozess des &#8222;Verwundens&#8220; von Compact Disks: &#8222;Ich habe mich gefragt, ob man wohl das Fehlerkorrektursystem \u00fcberwinden k\u00f6nnte. Falls ja, k\u00f6nnte ich auch aus einer bestehenden CD v\u00f6llig neue Musik herausholen. Ich rief meinen audiophilen Freund an, der einen Schweizer CD-Player hatte, und fragte ihn. Es war einfacher als ich vermutet hatte. Ich kaufte eine CD von Debussys &#8222;Preludes&#8220; und brachte sie zu ihm. Dem Vorschlag eines Ingenieurfreundes von ihm folgend bohrten wir einfach jede Menge Nadell\u00f6cher in ein St\u00fcck Tesafilm und klebten dieses unten auf die CD. Ich machte zahlreiche Versuche. \u00dcber das Ergebnis freute ich mich sehr, weil der CD-Player ausser Kontrolle geriet. Das war das perfekte Ger\u00e4t zur Performance.&#8220;<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ 21:45 h<\/p>\n<p><strong>LIONEL MARCHETTI &amp; YOKO HIGASHI<\/strong><em><br \/>\nviande avari\u00e9e attre les mouches<br \/>\n(Verdorbendes Fleisch zieht die Fliegen an)<br \/>\n<\/em>in Kooperation mit grenzg\u00e4nger\/\/transmediale tanzimprovisationen<\/p>\n<p><strong>Yoko Higashi<\/strong> begann ihre Laufbahn als T\u00e4nzerin und Choreografin inTokio, bevor sie in Frankreich eine Reihe experimenteller Projekte mit Musikern entwickelte. <strong>Lionel Marchetti<\/strong> bewegt sich als in der Musique concr\u00e8te stehender Komponist zwischen den Welten vo komplexen musikalischen Struukturen und elektroakustischer Live-Improvisation. Die Musique concr\u00e8te hat mit ihm einen Vertreter hervorgebracht, der es versteht, die unterschiedlichen Ebenen parallel in seine aktuellen elektronischen Kompositionen einzuarbeiten.<\/p>\n<p>Auf Improvisation basiert auch das Performance-Konzert des Duos. Es existiert zwar eine grobe Struktur im Ablauf, doch letztendlicher Impulsgeber f\u00fcr die Darbietung ist die betreffende Location. An diesem Abend wird somit das neu er\u00f6ffnete Domicil zum Dritten im Bunde. Der vom Butoh inspirierte Tanz und die mittels Mikrophonen, Lautsprecheranlage und elektronischen Objekten live generierte Musik treten in einen Dialog miteinander und mit dem jeweiligen Ort. Ger\u00e4usche und Bewegungen bilden gleichsam einen &#8222;Raumk\u00f6rper&#8220;, dessen Ausdrucksformen zwischen dem Konkreten und Abstrakten hin- und herschwingen und Eindr\u00fccke verst\u00f6render Intensit\u00e4t hinterlassen.<\/p>\n<p>Es gilt, Kl\u00e4nge zu betrachten und Bewegungen zu lauschen, wenn <strong>Higashi <\/strong>\/ <strong>Marchetti<\/strong> die optische und die akustische Ebene zu einem sinnlich erfahrbaren Gewebe \u00ad einem offenen System der Interaktion \u00ad verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ 23:00 h<\/p>\n<p><strong>THE HUB<\/strong><br \/>\nNetzkonzert, Mitschnitt WDR3 open<em><br \/>\n<\/em><em>55 minutes of the Hub<\/em><br \/>\n<em><br \/>\n<\/em>Der Beat im Netz, der Flow auf Felsplatten, das erste LAN-Sound-Event  der US-Netzwerker<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist ein &#8222;Hub&#8220; der Mittelpunkt eines sternf\u00f6rmigen Rechnernetzwerkes, der nichts anderes leistet, als Daten auf einem Port zu empfangen, um sie an alle anderen Ports weiterzugeben. So simpel war das zumindest einmal, damals, als die San Francisco Bay Area allm\u00e4hlich zum Silicon Valley wurde.<\/p>\n<p>Die bastelnden Komponisten, welche sich sp\u00e4ter unter dem Namen <strong>The Hub<\/strong> vereinigen sollten, unternahmen in dieser Zeit als erste den Versuch, Computer als gro\u00dfe, interaktive Musikinstrumente in Netzwerken zu verbinden. Geburtsstunde war das legend\u00e4re Konzert, das 1987 an zwei kilometerweit voneinander entfernten Spielorten in New York stattfand. Initiiert wurde es seinerzeit durch zwei Veranstalter, von denen der eine \u00fcbrigens Phill Niblock war. So sehr sich Netzwerkarchitekturen im Laufe der Jahre wandelten, The Hub blieben doch immer freie Komponisten, die sowohl durch Programmierung als auch durch interaktive Steuerung das Heft in der Hand behielten.<\/p>\n<p>Nach einer l\u00e4ngeren Pause, die verhindern sollte, dass &#8222;die Musik nicht der Technik zum Opfer f\u00e4llt&#8220;, darf man gespannt sein auf <strong>John Bischoff<\/strong>, <strong>Chris Brown<\/strong>, <strong>Scot Gresham-Lancaster<\/strong>, <strong>Tim Perkis<\/strong> und <strong>Phil Stone<\/strong> &#8211; Musiker, die zu Softwareentwicklern und Instrumentenbauern wurden, um ihre eigenwilligen, musikalischen Ideen verwirklichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ 00:00 h<\/p>\n<p><strong><em>quiet riot at night<\/strong><br \/>\n&#8212; <\/em>SWOD<br \/>\n&#8212; DJ KRILL.MINIMA<br \/>\n&#8212; DJ SEGMENT<br \/>\nElektrolounge, pr\u00e4sentiert von Sternschaltung und Klangkabel<\/p>\n<p>Der Soundtrack zur Nacht werden Swod aus Berlin erschaffen. Die beiden Musiker <strong>Stephan W\u00f6hrmann<\/strong> und <strong>Oliver Doerell<\/strong> (Elektronik, Gitarre, Bass) zaubern ab Mitternacht intime Klangminiaturen auf die B\u00fchne. Das Klavier l\u00e4sst einen an Erik Satie und Ryuchi Sakamoto denken, die Freistellen werden durch Rhythmusfragmente und Elektronikgeknisper ausgef\u00fcllt. Da passt es auch, dass die beiden schon seit l\u00e4ngerem Live-Vertonungen von Stummfilmen machen. Soundtracks f\u00fcr die Bilder im Kopf, spannend und einnehmend.<\/p>\n<p>In der Lounge laden den Abend und die Nacht \u00fcber die Dortmunder DJs krill.minima und Segment zu elektronischen Klangreisen jenseits des Mainstreams ein: Popambient, Digital-Folk und Elektroakustik, zum entspannenden und zugleich anregenden Lauschen.<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<p>\/\/\/ domicil foyer<\/p>\n<p><strong>PHILL NIBLOCK<\/strong><br \/>\nVideoinstallation<br \/>\n&#8222;anecdotes from childhood&#8220;<\/p>\n<pre>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/pre>\n<blockquote><p>Veranstaltet von mex \u2013 intermediale und experimentelle  Musikprojekte e.V. Mit freundlicher Unterst\u00fctzung durch das K\u00fcnstlerhaus  Dortmund sowie Pro Jazz e.V. und dem Kulturb\u00fcro der Stadt Dortmund.<\/p>\n<p>im Rahmen von<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.festival-open-systems.de\">open systems 2005<\/a><br \/>\n17.-20. November 2005<br \/>\nKonzerte &amp; Installationen in Bochum, Dortmund, Essen, Herne\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18. 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